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Dem Schöpfer nahe –

Eine Alphornmesse ist etwas Einmaliges und Besonderes. Besonders ergreifend ist die Musik der Alphornbläser auf den Bergen. Dichtgedrängt auf ihren Plätzen, in andächtiger Stille und in herrlicher Natur lauschen die Zuhörer dem eigenartigen Klang. So auch auf dem Mömlinger Holzberg. Ursprünglich, wegen des weit tragenden Tones ein Verständigungsmittel für Schweizer Hirten, wird das Alphornblasen heute als Liebhaberei und Brauchtumspflege betrieben, auch in Mömlingen.

Die bereit gestellten Bänke reichten bei weitem nicht aus für alle Gottesdienstbesucher, davon viele von auswärts. Aus dem nahen Festzelt, wo der Wanderverein Alpenrose sein Waldfest an der Eichwaldhütte feierte, wurden zusätzliche Bänke herbeigeschafft und auch die Sitzplätze vor dem Festzelt waren voll besetzt.

Pfarrer Manfred Jarosch sagte zur Begrüßung: „Es ist eine Faszination, im Freien die Hände zu falten und dem Schöpfer nahe zu sein. Wir sind zusammengekommen, um Gottesdienst zu feiern. Pfingsten, das Fest des Hl. Geistes macht uns stark in der Gemeinschaft und Jesus ist in unserer Mitte“. Er dankte den Initiatoren, der Familie Berninger, denen diese Musik besonders am Herzen liegt und begrüßte Herrn Edwin Reisach aus Ebenhofen im Allgäu als den gemeinsamen Dirigenten der 30 Alphornbläser.

In seiner Predigt stellt der Geistliche Pfingsten und das Wirken des Hl. Geistes in uns in den Mittelpunkt: „Pfingsten ist die Geburtsstunde der Christenheit. Der Hl. Geist eint die Kirche zum mystischen Leib: Jesus das Haupt und wir die Glieder. Es gibt verschiedene Sinnbilder für den Hl. Geist, eines davon ist das Feuer. Nicht umsonst beten wir: Entzünde in uns das Feuer deiner Liebe. Das Feuer seiner Liebe und seiner Begeisterung soll brennen im Herzen eines jeden Christen“, sagte der Geistliche. Viele meinten, sie können auch ohne Kirche an Gott glauben. Und er erzählte eine Geschichte von Männern am gemeinsamen Feuer, dessen Glut sie wärmte und deren Flammen ihre Gesichter erhellte. Einer davon nahm einen Span und setzte sich abseits. Zunächst wurde auch er vom Span erhellt und gewärmt, doch schnell war der Span erloschen, es wurde dunkel und kalt. Er trug den erloschenen Span zurück zum gemeinsamen Feuer, wo er sich erneut entzündete und zu brennen anfing. Und auch sein Gesicht wurde wieder erhellt und die Glut wärmte auch ihn.  „Es ist ein schöner Gedanke, Gemeinschaft im Feuer des Hl. Geistes zu sehen. Die Geschichte ist auch ein Sinnbild für viele, die der Kirche den Rücken gekehrt haben. Jeder hat die Freiheit, sich von der Gemeinschaft, von der Kirche abzuwenden, aber jeder hat auch die Freiheit, wieder zurück zu kehren“, stellte Pfr. Jarosch klar. Der eigentliche Sinn unseres Lebens bestehe darin, das Angesicht Gottes zu schauen. Christus sei unser Licht, das uns erhellt und wärmt, Pfingsten das Fest der Gemeinschaft und Lebensfreude.

In den Fürbitten, die von Ralf, Lisa und Lars Berninger vorgetragen wurden, wurden neben den Sorgen für unsere Welt und Kirche, auch der verstorbenen Mitglieder des Wandervereins und der Alphornbläser gedacht.

Diakon Thomas Seibert ging nach dem Segen nochmals  auf die Tageslesung (APG 8) ein, wo es heißt: Die Gläubigen, die nach der Verfolgung in Jerusalem versprengt wurden, zogen umher und verkündeten das Wort.  „So geht auch Ihr in diesem Sinne zurück an euren Ort, in eure Häuser und Arbeitsplätze und gebt das Wort weiter.“

Ralf Berninger dankte zum Schluss seinen Musikerkollegen, die aus ganz Süddeutschland angereist waren, Pfarrer Jarosch mit seinem ganzen Altardienst, den vielen Gästen, darunter Bürgermeister Siegfried Scholtka und Gattin, dem Vorsitzenden des Wandervereins Stefan Lampert und seinem Mitarbeiterstab, der Freiwilligen Feuerwehr und den vielen freiwilligen Helfern, aber auch seiner eigenen Familie und dem örtlichem Alphornbläserkollegen Uwe Bartel, ohne die dies alles nicht möglich gewesen wäre.

Der Beifall der Gottesdienstbesucher zeigte, dass dieses einmalige und beeindruckende Erlebnis mit Begeisterung aufgenommen wurde. Auf eine Wiederholung freuen wir uns schon heute.

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