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Mit Predigt zum Nachhören –

Mit 9 Messdienern zogen Pater Karl Kern SJ, Pfarrer Friedbert Simon und Diakon Martin Höfer zu den Klängen des Musikvereins Obernburg in die überfüllte Kirche St. Peter und Paul ein. Bereits zur Begrüßung verwies Pater Kern auf den Tagespatron Stephanus. Von ihm solle man, so erläuterte er, Verzeihen lernen. 

Wie auch in der Christmette verlas Lilli Sophie das Kyrie sehr sauber und gut zu verstehen.

In seiner Predigt vertiefte Pater Kern zunächst das Wissen der Gläubigen über Stephanus. Er sei wohl gegen 33 gesteinigt worden und gelte zwar als erster Märtyrer des Christentums, aber eigentlich habe es noch kein Christentum gegeben. Vielmehr habe es seit dem 6. Jahrhundert vor Christus zwei jüdische Gruppierungen gegeben: Damals sei im Exil der Glaube an den einen Gott ausgebildet worden. Eine Gruppe forderte daher, dass man sich als Jude abgrenzen müsse, um die Identität zu wahren. Die andere Gruppierung war "weltoffener". Sie sahen zwar auch, dass die Juden auserwählt waren, aber dies an alle weitergeben sollten.

Zur Zeit Jesu habe es etwa 6 Millionen Auslandsjuden gegeben. Diese seien, wenn es ihnen möglich war, irgendwann nach Israel gezogen. Für diese "Auslandsjuden" habe es eigene Synagogen gegeben, weil sie häufig kein Aramäisch sprachen. Gerade in der Welt- und Hafenstadt Alexandria gab es griechische Einflüsse auf das Judentum. "Logos" war hier ein wesentlicher Begriff, der schwer zu übersetzen sei. "Logos ist die der Welt zugewandte Seite Gottes". Stephanus habe dann wohl diesen Logos in Jesus personalisiert gesehen. Das sahen viele als Bruch mit dem Judentum an, als Gotteslästerung, daher die Steinigung.

Bis heute sei es eine Provokation des Christentums, in einem Menschen das Göttliche inkarniert zu sehen. Auch heute, so Pater Kern, gebe es in der Kirche Anhänger einer strikten Abgrenzung. Die Kunst sei es aber, die ureigene christliche Identität zu wahren und trotzdem zu wissen, was uns bewege, gehe alle an. Gott überrascht - damals wie heute - gerade auch die Gläubigen.

Nach dieser sehr interessanten, frei gehaltenen Predigt ging Pater Kern zu den vielen Kindern, die vorne in den ersten Reihen saßen, und sprach mit ihnen. Er gab den Inhalt seiner Predigt in einigen Stichworten kindgerecht wieder. Es sei schön, dass sie hier in der Kirche seien und im Glauben aufwüchsen. Aber sie sollten nie vergessen, dass Gott uns alle liebt und daher jeder Mensch hochzuschätzen sei - die Christen seien nicht besser als andere. Sie können und sollten ihren Glauben ausstrahlen und damit überzeugen, ohne auszugrenzen.

Auch die Fürbitten wurden von Kindern verlesen. Zum Vater Unser wurden alle Kinder um den Altar gerufen und fassten sich an den Händen, ebenso die Gläubigen.

Nach dem Schlusslied segneten Pater Kern, Pfarrer Simon und Diakon Höfer alle Kinder und Jugendliche einzeln und sprachen mit ihnen.Es herrschte eine frohe, herzliche Atmosphäre in der Kirche - Weihnachten eben.

Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen dieses Gottesdienstes beigetragen haben, insbesondere dem Musikverein Obernburg und  Festprediger Pater Kern SJ.

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Predigt Karl Kern 2. Weihnachtsfeiertag (mp3, 17 MB)
Predigt Karl Kern 2. Weihnachtsfeiertag

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