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Wandel, Werte und Wurzeln –

Zum dritten Male durften am Mömlinger Wanderheim Einheimische und viele Fremde die Alphornmesse erleben. Wenn auch ein wenig Nieselregen niederkam, das Wetter passte. Der Duft nach Heu lag in der Luft und beim Erklingen der über 30 Alphörner fühlte man sich wie im Urlaub auf einem Alpengipfel, dem Himmel nahe. Die Alphornmesse, organisiert von der Familie Berninger, war eingebettet in das Waldfest des Wanderverein „Alpenrose“.

Zelebrant und Prediger war in diesem Jahr Mariusz Kowalski,  ehemaliger Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft. „Wieder daheim in der Heimat?“, wurde er deshalb von einer älteren Frau willkommen geheißen, so erzählte er und überbrachte auch herzliche Grüße von seiner jetzigen Wirkungsstätte, als Pfarrer in Kahl. „Pfingsten beschließt das Osterfest. Was wir gefeiert haben, soll unser Leben prägen und uns ermutigen, Gottes Gegenwart in der Welt zu suchen und zu finden“, sagte er in seiner Begrüßung.

Wandel, Werte und Wurzeln

„Welche Eigenschaft braucht ein Mensch heute?“ Diese Frage stellte er in seiner Predigt und gab gleich die Antwort: flexibel, biegsam und angepasst, beständig ist nur der Wandel. Wer nicht im Mainstream mitschwimmt, hat das Nachsehen. Alles scheint ersetzbar, auch der Mensch. Überzeugungen werden heute so vertreten, wie man früher Seife und Hemden gehandelt hat.

Doch was ist von bleibendem Wert? Martin Luther soll gesagt haben: „Ich stehe hier und kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“ Der Katholischen Kirche wird oft vorgeworfen, dass sich nichts ändere. Sicher hat Wandlungsfähigkeit auch Gutes: wir feiern Wandlung in jedem Gottesdienst, wir hören von der Verwandlung der Jünger. Fatal aber ist es, wenn Veränderung um jeden Preis geschieht. Man kann weggehen und doch standhaft bleiben wie ein Baum. Wo haben wir unsere Wurzeln? Wurzeln, die wir nie abschneiden sollten. Jesus sagt: „Wer Durst hat, der trinke“. Gebet, Bibel, Sakramente sind z. B. Quellen, aus denen wir trinken können. Wer liest noch in der Bibel oder nimmt am sakramentalen Leben teil? Wer auf die Feier der Messe verzichtet, boykottiert Jesus, der sich uns in Brot und Wein schenken will. Ausschlafen, Vereinsveranstaltung oder Brunch ist vielen oft wichtiger als die Eucharistie.

In Frankreich, wo es noch weniger Priester als bei uns gibt, stillen Christen ihre eucharistische Sehnsucht, indem sie gemeinsam miteinander beten. Hier in unseren Pfarreiengemeinschaften wird um jeden Gottesdienst gekämpft. Wenn man bei Gott etwas sein will, muss man ein Beter sein! Gebet, Engagement und Nächstenliebe ist das, was uns als Christen auszeichnet. Das Problem der Kirche liegt in der Anpassung an die Botschaft. Wir spüren diese Veränderung, aber dies ist doch kein Untergang. Das Entscheidende ist, dass die Wurzeln im Boden bleiben. Pfingsten ist der Ursprung der Kirche. „Ich wünsche ihr und euch Standfestigkeit im Glauben, nicht nur zu Pfingsten“, so der Seelsorger. 

Am Ende des Gottesdienstes gab Pfr. Kowalski seiner Freude Ausdruck, dass er wieder einmal in Mömlingen mitfeiern durfte. „Die Flexibilität hat sich gezeigt. Wir haben die Mauern der Kirche verlassen, ich habe mich aus dem Kahlgrund auf den Weg gemacht. Aber wir haben unsere Wurzeln nicht vergessen.“  Diakon Thomas Seibert, der assistiert hatte, dankte Kowalski. Man spüre seine Leidenschaft für Gott und die Seelsorge. „Nehmt etwas von dieser Botschaft mit. Ihr dürft davon erzählen und darauf vertrauen.“

Initiator Ralf Berninger dankte Pfr. Kowalski und hofft auf ein Wiedersehen auf diesem schönen Fleckchen Erde. Er dankte Elmar Gassner für das Dirigat, dem Wanderverein, allen Helfern, seiner Familie und den Alphornbläsern, die aus ganz Süddeutschland angereist waren. Stefan Lampert dankte als Vorsitzender des Wandervereins allen Mitwirkenden und lud zum Festbetrieb ein. 

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