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Palmsonntag in Obernburg –

Heute begann mit Palmsonntag die Karwoche. Nur im deutschen Sprachgebrauch heißt sie „Kar“woche, in den meisten anderen Sprachen wird sie als „heilige“ oder „hohe“ Woche bezeichnet, „Kara“ bedeutet „Klage“ und so wird bei uns der Schwerpunkt nicht gelegt auf die Auferstehung Christi  und die Erlösung der Menschheit, sondern auf den Jammer. Die Klage über das Leid und Sterben von Jesus Christus, aber auch deren Ursache, unsere Sünde– wie Lied GL 289/4 sehr schön formuliert „ was Du Herr, hast erduldet, ist alles meine Last ; ich, ich habe es verschuldet, was Du getragen hast“ (1).

Traditionell werden in Obernburg am Palmsonntag dekorierte Palmbüschel verkauft; diesmal hatte dies der Freundeskreis Pia Fidelis übernommen und insgesamt einen stolzen Betrag von 530,- € erzielt. Insbesondere die schön mit Eiern und mit von Karl Reichert gebastelten Hähnen, Osterhasen etc verzierten Sträucher wurden ganz schnell verkauft. Vergelt's Gott allen fleißigen Helfern!

Die Liturgie des Palmsonntags sieht vor, dass sich die Gläubigen außerhalb der Kirche versammeln und so wollten sich auch die Obernburger mit Pfarrer Simon und Pfarrer Jarosch an der Annakapelle treffen. Die Palmprozession in die Kirche will zum Ausdruck bringen, dass wir im Leiden Christi erkennen und mit diesem Triumphzug die Kreuzesnachfolge antreten in der Hoffnung auf ewige Herrlichkeit.  Das Wetter machte leider einen Strich durch diese Pläne, so dass die Prozession in der Kirche stattfinden musste. Der Musikverein begleitete uns auch hier – herzlichen Dank dafür! (2).

Die Feier der Karwoche findet ihren Fortgang eigentlich an Gründonnerstag Vormittag mit der „Missa Chrismatis“ im Kiliansdom. Würzburg, wie viele andere Bistümer auch, ist jedoch dazu übergegangen, diese Messe bereits am Montag der Karwoche zu lesen, damit möglichst viele Priester daran teilnehmen können. Daher ist es auch verbunden mit einem „Oasentag“ für Priester und Diakone. Die eigentliche Messe beginnt um 17.30 Uhr im Dom. Sie ist deshalb etwas Besonderes, weil der Bischof hier drei Gefäße mit Öl weiht: das Chrisamöl (Taufe, Firmung, Priesterweihe etc), das Katechumenenöl (Salbung der Brust des Täuflings) und das Krankenöl. Basis ist jeweils Olivenöl. Unmittelbar danach werden die Öle den Vertretern der Dekanate übergeben, um von dort an die einzelnen Pfarreien ausgeteilt zu werden. Dies findet eigentlich am Gründonnerstag statt, weil die  Sakramente, für deren Spendung das Öl erforderlich ist, ihren Grund im erlösenden Leiden und Sterben Jesu haben, das am Gründonnerstag begann (3).

Auch unser Kirchenraum hat sich ganz besonders herausgeschmückt für die Karwoche und die Osterzeit: Marion Janson hat mit Weißstickerei ein wunderbares Auflagentuch für den Ambo hergestellt und am Samstag seiner Bestimmung übergeben (vgl Bilder),  super fantastisch – ganz großes Lob!

 (1), (2), (3) zitiert nach Ulrich Engel: Die Liturgie der Karwoche und der Osternacht (S. 11, 14, 23)

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