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Der Du die Zeit in Händen hast –

Etwa 400 Menschen, darunter Geschwister und Verwandte von Schwester Gundula, viele Mitschwestern und Weggefährt/en/innen, auch über 40 Mömlinger hatten sich am 24.01.2017 auf dem Zentralfriedhof in Bamberg eingefunden, um der beliebten Schwester das letzte Geleit zu geben. Sie war mit 74 Jahren an einem Herzinfarkt am 17.01. während eines Meditativen Tanzabends verstorben.

Zu Beginn des anschließenden Requiems in ihrem letzten Wirkungsort Kemmern, an dem auch der ehemalige Mömlinger Pfarrer Karl Schüssler und Diakon Thomas Seibert mit zelebrierten, sagte der Ortspfarrer Valentin Tempel: „Wir sind zusammen gekommen, um Trauer und Schmerz zu teilen, aber auch in unseren Liedern unsere Hoffnung und Zuversicht in besonderer Weise auszudrücken“.

In seiner Predigt ging er auf den Vorwurf der Martha im Evangelium ein. „Herr wärest Du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben“. Wo ist Gott bei solch tragischen Ereignissen, das sei eine berechtigte Frage. Jesus selbst aber gibt Martha die Antwort:  Ich bin die Auferstehung und das Leben, das Licht. Glaubst du das? Auferstehung und ewiges Leben sind Zeichen unseres Glaubens. Und so wie wir glauben, so sollen wir auch unser Leben führen.  Dann zog Pfarrer Tempel Vergleiche mit der Verstorbenen. Sie habe den Herrn in der Gemeinde vertreten und ihr „Ja, ich glaube“ an die ihr anvertrauten Kinder und Erwachsenen weitergegeben. Sie hat gewusst, dass sie auf Gott zugeht und seine Verheißung „Dann werden ihnen die Tränen getrocknet“ ist auch für uns bestimmt, die wir den Schmerz über diesen Verlust noch nicht verstehen können.

Der Geistliche ging auch auf eine Leidenschaft von Schwester Gundula ein, das Tanzen. Beim Tanz vertraut man sich dem Partner an, lässt sich führen und vertraut darauf, nicht fallen gelassen zu werden. Dies ist ein schönes Bild auch für ihren Glauben, ihre Gottesbeziehung gewesen: ich gebe mich ganz in die Hand, die mich führt.  Wir wissen nicht die Stunde, wir sollen spüren und vertrauensvoll bereit sein, dass er uns führt und uns die Kraft gibt. Gundula hat ihre Eigenart und Ideen eingebracht in allen Bereichen ihres Wirkens, im Kindergarten, bei Festen, beim Krippenspiel, im Pfarrgemeinderat oder bei den Senioren. Ihr Zuspruch wird uns fehlen und es ist unsere Pflicht, ihre Arbeit weiterzuführen, jeder mit seinen Talenten und im Vertrauen auf Gott, dass er uns begleitet und führt.  Lassen wir uns in der Eucharistie stärken und unsere Trauer in Freude verwandeln.

Die Leiterin der Dillinger Franziskanerinnen der Provinz Bamberg Schwester Martina Schmidt gab einen Überblick über das Leben von Schwester Gundula Denk, die 1942 als drittes von 5 Kindern in Westerndorf (Kreis Dachau) geboren wurde. Vom September 1970 bis zur Auflösung des Mömlinger Konvents 1998 war sie Kindergartenleiterin in Mömlingen und trug zeitweise Verantwortung für bis zu zehn Halbtagsgruppen. Es war ihr wichtig, religiöse Themen kindgerecht und zeitgemäß zu vermitteln und engagierte sich vielfältig in der Pfarrgemeinde: ob Pfarrgemeinderat oder Kantoren, ob liturgische Mitwirkung oder Kirchenschmuck. Sie packte gern an, übernahm Verantwortung und half, wo sie gebraucht wurde.

Am Abend des 17.01.2017 verabschiedete sich Gundula beim Abendessen von ihren Mitschwestern mit folgenden Worten: „Ich tanze jetzt mit meiner Gruppe, was wir eben im Gottesdienst gesungen haben: Bewahre uns Gott, behüte uns Gott!“. Niemand ahnte, dass es ein endgültiger Abschied war. Der Tanzabend stand unter dem Thema: Der Du die Zeit in Händen hast. Wie immer, hatte sie sich mit Hingabe und innerer Freude auf ihren Tanzabend vorbereitet. Der Herzinfarkt traf sie plötzlich, ohne Vorwarnung. Alle Versuche der Reanimation waren vergeblich.

Werner Schmitt vertrat als Gemeinderat die politische Gemeinde und als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates  die Pfarrgemeinde Mömlingen mit einer sehr persönlichen und einfühlsamen Rede. (Trauerrede für Schwester Gundula (pdf, 195 KB))

Auf der Fahrt nach Bamberg hatte Pfarrer Karl Schüssler die Teilnehmer auf die Beerdigung eingestimmt. Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus, Gesätze des Glorreichen Rosenkranzes  und persönliche Erlebnisberichte mit der Verstorbenen fügten sich zu einem „bunten Regenbogen“ zusammen, der sicher auch der Verstorbenen gefallen hätte.

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