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Pfarrversammlung in Mömlingen –

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Werner Schmitt begrüßte zur Pfarrversammlung die anwesenden Gemeindemitglieder, namentlich Pfarrer Manfred Jarosch mit seinem Seelsorgeteam Pfarrvikar Mariusz Kowalski, Diakon Thomas Seibert und Pastoralreferent Benjamin Riebel, den Vereinsringvorsitzenden Klaus Kühnapfel und entschuldigte Bürgermeister Siegfried Scholtka wegen Krankheit. In einer meditativen Einstimmung mit Texten der Bergpredigt zeigte er Verheißungen auf, die den Glauben schön machen und die der Grund sind, warum die Gläubigen anwesend sind.

Kirche gestalten – in Vielfalt leben

Schmitt berichtete vom Dialogprozess der Diözese, die mit dem Fastenhirtenbrief 2011 einen innerkirchlichen Gesprächsbedarf angemahnt hatte, da ein Auseinanderbrechen von Glauben und christlicher Lebensform drohte. An diesem Dialog haben sich auch die Pfarreien unserer Pfarreiengemeinschaft und des Dekanates Obernburg beteiligt. In Arbeits- und Entdeckergruppen und in regionalen Dialogtagen kristallisierten sich folgende 8 Themen heraus, die in Workshops intensiv behandelt und bei denen auch die Bistumsleitung  mit einbezogen wurde:

1. Liturgie in Vielfalt leben – andere Formen der Gottesdienste wagen

2. Firmpastoral – stärken und bestärken (lebt aus Beziehungen)

3. Jugendpastoral – Personalangebot in Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen (Jugend ist Zukunft!)

4. Lokale Leitungsteams (Getaufte und Gefirmte reichen aus, um Verantwortung zu übernehmen)

5. Kindergärten sind Kirche vor Ort! Wichtiger pastoraler Ort zur Weitergabe des Glaubens.

6. Chancen eines Pastoralraums – sich aus der Kirche heraus in gesellschaftliche Ebenen bewegen (Trau dich, Christ zu sein!)

7. Christliche Verbandsarbeit – das Leben der Menschen wahrnehmen und an ihren Bedürfnissen anknüpfen.

8. Mehrgenerationenhäuser: neue Formen des Zusammenlebens. Caritas ist Grundauftrag der Kirche. Bei Rückzug aus diesem Bereich lässt sie ein Vakuum zurück. Vernetzung und gegenseitige Wertschätzung auf Augenhöhe ist Grundlage für Zusammenarbeit mit anderen Trägern. Die Ergebnisse aus den Workshops werden den Dekanaten nun mitgeteilt und weiter beraten.  

Bericht aus dem Pfarrgemeinderat

In seinem Bericht aus dem örtlichen Pfarrgemeinderat streifte er die Arbeit des vergangenen Jahres, insbesondere das veranstaltungsreiche Jubiläumsjahr. Termine und Anlässe waren die halbjährlichen Trauerfeiern,  Bibelkurs und Glaubensseminar, Mitarbeiterehrungen, Advents- und Passionskonzert, Wallfahrten nach Walldürn und Retzbach, gemeinsamer Gottesdienst der Pfarreiengemeinschaft, 40 Jahre KJG, Pfarrfest mit Mömlinger Messe und die eindrucksvolle Pilgerreise nach Polen. Mit einem Bild aus Auschwitz, das eine Tätowierung am Unterarm eines Häftlings zeigte, machte er auf eine schleichende Anonymisierung in unserer Gesellschaft  aufmerksam. Der Mensch als Nummer sei eine menschenverachtende Erfindung totalitärer Staaten. Deshalb werde es auch keine kirchliche anonyme Beerdigung in Mömlingen geben, so Schmitt.

 Er stellte die im März neu gewählten Mitgliedern mit ihren übernommenen Aufgabenbereichen vor. In einer Abstimmung wurden Glaubensweitergabe und Spiritualität als wichtigste Aufgabe des neuen Pfarrgemeinderates gewählt. Dieses Thema hatte auch höchste Priorität im Dialogprozess der Diözese. Aus welchen geistlichen Quellen leben wir? Worin besteht der “Mehrwert“ christlicher Spiritualität gegenüber anderen „Angeboten“. Diese Frage stellten sich die Pfarrgemeinderäte bei einem Treffen mit Ottmar Schneider, Mitarbeiter des Referats Geistliches Leben in der Diözese Würzburg.

 Die Zusammenarbeit in der Pfarreiengemeinschaft mit den Pfarreien Obernburg und Eisenbach war ein weiteres Thema. Er stellte die Vertragsinhalte der Vereinbarungen vor. Noch sei nicht alles perfekt. Das Zusammenwachsen sei ein Prozess, einzelne Wünsche nach Veränderungen der Kooperationsvereinbarungen wurden laut.

Bericht aus der Kirchenverwaltung

Kirchenpfleger Ingo Bernard übernahm den Bericht der Kirchenverwaltung. Transparenz auf allen Ebenen sei auch in der Pfarrei wichtig. Er erläuterte anschaulich die Einnahmen und Ausgaben der Pfarrei. Etwa die Hälfte der Ausgaben sei mit Klingelbeutel und Kirchgeld abgedeckt. Für Baumaßnahmen oder Reparaturen müsse man um Spenden bitten oder über Kredite finanzieren. So sei noch ein Restkredit für die Renovierung des Pfarrhauses zu tilgen. Die energetische Sanierung habe sich aber gelohnt, stellte er mit Blick auf die Energiekosten fest. Dies sei leider bei der großen Corpus-Domini-Kirche nicht möglich. Dank zollte Bernard den zahlreichen Helfern, die sich für Arbeiten zur Verfügung stellen und so die Kosten reduzieren helfen. Für die kommende Wintersaison werden noch Helfer für das Schneeräumen gesucht.

Situation und Planungen Kirchplatz

Bernard lobte die insgesamt gute Zusammenarbeit zwischen politischer Gemeinde und Pfarrei. Er ging auch auf den Kooperationsvertrag mit der politischen Gemeinde ein, die für den geplanten Dorfplatz geschlossen wurde. Etwa 40 % der einbezogenen Fläche sei im Eigentum der Pfarrei. Im Zuge des Dorfplatzbaues soll auch der Kirchplatz zwischen Pfarrhaus und Kirche und der untere Zugang erneuert werden. Notwendige Kanalerneuerungen, eine gute Beleuchtung und eine Verbesserung des Zugangs ohne Stufen zu Kirche, Pfarrbüro und Pfarrheim seien die wichtigsten Verbesserungen. Mit zahlreichen Bildern und Skizzen belegte er seine Ausführungen. In einer eigenen Versammlung können die Gläubigen noch Anregungen und Wünsche bei der Gestaltung einbringen. Die Kosten hierfür werden auf ca. 180.000 € geschätzt, wovon die Diözese etwa die Hälfte übernimmt. Eine Spendenaktion soll im nächsten Jahr anlaufen. Auch am alten Jugendheim seien Reparaturen am Dach nötig. Die dort untergebrachte Bücherei wird im Rahmen der Umgestaltung des Dorfplatzes in neue (kommunale) Räume umziehen, um das Angebot noch attraktiver gestalten zu können.

Fair-Trade-Gemeinde Mömlingen

Für die Zertifizierung der Gemeine Mömlingen als Fair-Trade-Gemeinde, die zusammen mit Vereinen und Schulen angestrebt wurde, trägt auch die Pfarrei Mitverantwortung. Getränke im Pfarrsaal, Kaffee für Veranstaltungen und Geschenke für Gratulationen werden aus dem Eine-Welt-Laden bezogen, der von der KJG betrieben wird. Eine 25jährige Partnerschaft mit einer Gemeinde in Tansania und das Bewusstsein für  eine faire Welt werde auch in Gottesdiensten vermittelt.

Heiße Diskussion um Christmette

Die Mitteilung von Werner Schmitt, dass die Christmette in diesem Jahr bereits um 16.30 Uhr stattfindet, eröffnete eine rege und kontroverse Diskussion. Der Pfarrgemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 23.01.2014 hierfür den Weg frei gemacht, weil der Wunsch vielseitig geäußert und der Besuch der Christmette im letzten Jahr nur mäßig war. Die einen hatten Bedenken, ob der Platz für alle ausreiche und dass die Verbindung von Wortgottesdienst und Eucharistiefeier den zeitlichen Rahmen sprengen würde. Andere fanden es gut, weil man dann am Abend mehr Zeit gemeinsam verbringen könne. „Egal, wie wir entscheiden, es wird immer Gegner und Befürworter geben, weil wir damit in die Traditionen der einzelnen Familien eingreifen. Wir werden es ausprobieren und danach neu entscheiden“, so Schmitt. Den Vorwurf, bei der Vergabe der Termine zu weich verhandelt zu haben, wies er zurück: „Es ist ein langer Prozess, der vor uns liegt.“ Einige wünschten sich zusätzlich eine Wortgottesfeier am Abend. Pfarrer Jarosch machte darauf aufmerksam, „dass Pfarrer keine Roboter sind“ und dass man auch die Situation der Organisten berücksichtigen müsse, die ebenfalls Familie haben und deren Zahl immer mehr abnehme. Einen Organisten wünschte man sich auch bei den Totengebeten. Das Anstimmen der Lieder sei nicht jedem Lektor gegeben, so eine Meinung. Weitermachen wie bisher, oder einen Organisten einsetzen und dafür beim Totengebet sammeln, damit werden sich die Gremien (zusammen mit den Organisten) beschäftigen.

 „Wer baut in diesem Jahr die Krippe auf?“ In den letzten 8 Jahren hatte diese Aufgabe ein Gemeindemitglied übernommen. Weil viele es „besser“ wussten, hat er dieses Amt niedergelegt. „Wenn keiner da ist, gibt es dieses Jahr keine Krippe. Dies wäre schade, aber wir müssen Abschied nehmen von lieb gewordenen Gewohnheiten, wenn keiner bereit ist, diesen Part zu übernehmen“, so der PGR-Vorsitzende. „Die Diskussionen gehen weiter, die Probleme werden nicht kleiner. Doch wenn wir zusammenhelfen, werden wir auch die anstehenden Probleme gemeinsam meistern“, so bedankte sich Schmitt für die rege Diskussion.

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                                                                                                      Friedel Frank

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