logo st benedikt
Das vergessene Kind –

Eine alte Geschichte erzählt:

  Die Eltern waren überglücklich. Endlich war ihr langersehntes Kind geboren. Bald nach der Geburt laden sie Freunde und Verwandte ein, um an einem Sonntagnachmittag im Dezember dieses Ereignis zu feiern.

  Viele kommen; es ist eine stattliche Zahl. Kurz nacheinander treffen die Gäste ein. Die Eltern empfangen sie an der Wohnungstür. Alle haben Geschenke mitgebracht. Die Mäntel und Jacken werden gedankenlos irgendwo abgelegt, und es entsteht eine lebhafte Unterhaltung. Die meisten haben sich schließlich lange nicht gesehen, und so haben sie sich viel zu erzählen. Alle sind bester Stimmung; man freut sich, scherzt und lacht.

  Schließlich erinnert man sich daran, weshalb man so nett zusammen ist, und die Gäste wünschen das Kind zu sehen, dass doch der Anlass dieser Feier ist. Die Eltern wollen das Kind holen, doch das Babykörbchen steht nicht im Kinderzimmer. Sie schauen ins Schlafzimmer, doch da ist es auch nicht.

  Endlich finden sie es. Sie haben das Kind im Durcheinander der ankommenden Gäste und im Trubel der Feier völlig vergessen. Sie heben die Jacken vom Körbchen, Jacke um Jacke.

Und sie finden das Kind – es ist erstickt !!

Als ich diese Geschichte gefunden habe, hat sie mich zutiefst getroffen. Deshalb möchte ich sie Ihnen, liebe Leser unserer Homepage, nicht vorenthalten.

Weihnachten kann so tragisch verlaufen wie diese Geschichte. Es wird gefeiert, es wird gegessen und getrunken, es wird geredet und gelacht. Man freut sich über all die Geschenke. Doch der Anlass dieses Festes wird völlig vergessen.

„Weihnachten feiern wir den Geburtstag von Jesus, doch viele kümmern sich gar nicht um ihn.Das Kind ist Nebensache. Es steht in der Ecke und wird ausgeschlossen. Geschenke und der ganze Trubel von Weihnachten ersticken es einfach.“          

„Weihnachten“ ist ein Geschenk. Doch ich muss in der Lage sein, mich von Gott beschenken zu lassen. Denn dieses Kind ist der Hoffnungsschimmer in der Resignation, der Lichtblick in der Dunkelheit und Freude in der Traurigkeit.

Dieses Kind ist die Vergebung in meinem Versagen. Es heilt meine Wunden, und es heiligt mein Leben. Es bringt Wärme in meine Kälte, und es bringt Zärtlichkeit und Herzlichkeit in eine oft so egoistische und brutale Welt. Dieses Kind schenkt Geborgenheit in einer Welt, in der sich viele heimatlos und unverstanden fühlen.

Dieses Kind bringt dir die große Botschaft:

GOTT UMARMT DICH, SO WIE DU BIST. GANZ GLEICH, WIE ES UM DICH STEHT:

GOTT HAT DICH IN SEIN HERZ GESCHLOSSEN:

Das ist Grund zu grenzenloser Weihnachtsfreude.

Diese Freude wünsche ich Ihnen an Weihnachten und Gottes Begleitung im Jahr 2019

 

Ruth Zieres auch im Namen des Pfarrgemeinderates

­