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"Die Kultur in Mömlingen hat einen Sprung gemacht" –

„Nirgends kann man den Stand der Kultur in einer Gemeinde besser kennenlernen, als bei einem Blick in die Bibliothek.“ Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Siegfried Scholtka die zahlreichen Mömlinger und die Ehrengäste bei der Einweihung der neuen Bücherei am Dorfplatz hinter dem Mömlinger Rathaus. Namentlich hieß er willkommen die Bibliothekarin Marinette Josserand aus der französischen Partnergemeinde La Rochette, den Ortspfarrer Manfred Jarosch,  Frau Daniela Kircher von der Städtebauförderung der Regierung Unterfranken, Frau Roswitha Dorobek von der Katholischen Büchereifachstelle der Diözese Würzburg, Berthold Rüth (MdL), das Rektorenteam der Grundschule, die Gemeinde- und Pfarrgemeinderäte, den Vereinsringvorsitzenden Klaus Kühnapfel, den Architekten Martin Hohm, das Büchereiteam mit seinem Leitungsduo Robert Frank und Sylvia Maschik, sowie die Vertreter von auswärtigen Büchereien.  

„Die Kultur hat einen Sprung gemacht“, stellte der Bürgermeister fest.  Vom kleinen beengten Raum in eine lichtdurchflutete Bibliothek, bei der alle Medien barrierefrei zugänglich sind. Dank Zuschuss der Regierung, sparsamer Haushaltsführung und Eigenleistung des Seniorentrupps war es möglich, dies ohne neue Schulden zu leisten. Bei derzeit 13.000 Medien und 22.000 Ausleihungen pro Jahr in ehrenamtlicher Arbeit sei dies nur mit Fleiß und Disziplin machbar. „Wir haben eine Attraktion mehr in unserer Gemeinde, wo Wohnen Wert hat. ESEL heißt umgekehrt LESE. Also, wenn jemand kein unverständiger Esel sein will, muss er lesen!“, so der Bürgermeister.

Pfarrer Manfred Jarosch stellte den Satz „Am Anfang war das Wort“ in den Mittelpunkt. In vielen Religionen gibt es „Heilige Schriften“, die den Menschen Richtschnur seien. Er ging auch auf die Kooperation zwischen politischer Gemeinde und Kirchengemeinde ein. „Es ist eine tolle Leistung und Mömlingen gewinnt“, stellte er fest. Er dankte dem Büchereiteam und betonte, dass es mit ihrer Hilfe neue Chancen für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene gebe. Lesen heißt neugierig zu sein, Interesse an Entwicklungen zu wecken, zu erfahren, was uns als Menschen fasziniert und was auch wirtschaftlich Wachstum schafft. Zur Bildung gehört auch die Achtung der Rechte jedes Menschen. Ziel ist es, verantwortlich zu handeln und die Welt menschlicher zu gestalten. Der Seelsorger sprach die Weihegebete und segnete das Gebäude und die Menschen.

Robert Frank dankte dem Bürgermeister mit seinem Gemeinderat, dem Pfarrer mit der Kirchenverwaltung und auch dem Architekten. Er verwies darauf, dass die Bücherei mit der Computerunterstützung im Jahre 2002 einen wesentlichen Sprung nach vorne gemacht habe. Die jetzige Inneneinrichtung sei bis 20.000 Medien ausgelegt. Das Team der ehrenamtlichen Helfer betrage zurzeit etwa 30 Personen und die Bücherei hat noch niemals wegen Personalproblemen geschlossen werden müssen. Erfreulich sei, dass derzeit viele Vorlesebücher von jungen Familien ausgeliehen werden. Die neuen Räume bieten auch die Möglichkeit für Veranstaltungen wie Autorenlesungen. Er ging auch auf die Geschichte der Bücherei ein.

Frau Dorobek von der Katholischen Büchereifachstelle beglückwünschte die Gemeinde und wünschte, dass sich die neue Bücherei nicht nur zu einem kulturellen Mittelpunkt entwickeln möge, sondern auch zu einem Treffpunkt für Jung und Alt. Schließlich seien Büchereien die am meisten genutzten Kultureinrichtungen.

Frau Josserand aus La Rochette fand als Bibliothekarin herzliche persönliche Worte, ging auf das Wortspiel des Bürgermeisters ein und stellte fest: Ich habe viel gelesen und bin nun kein ESEL mehr.

Mit der Bayernhymne und dem Frankenlied leitete der Musikverein über in den geselligen Teil der Feier. Vom angebotenen Mittagessen, sowie Kaffee und Kuchen machten Mömlinger und Gäste bei dem herrlichen Sommerwetter reichlich Gebrauch, um sich danach die neue Bücherei anzusehen.

Zur Geschichte der Bücherei:

Die Mömlinger Bibliothek wurde als Katholische Bücherei schon nach dem zweiten Weltkrieg im alten  Jugendheim durch den ehemaligen Pfarrer Wohlfahrt betrieben. Die älteste Aufzeichnung ist eine Statistik aus dem Jahre 1959, bei der Barbara Klotz als Leiterin der Bibliothek wirkte. Nach dem Bau des Pfarrzentrums im Jahr 1963 zog die Bibliothek in das Pfarrzentrum um. Leiterin bis 1978 war Rosemarie Lieb (verh. Fritsch). Im Jahre 1982 übernahm Robert Frank die Leitung der Bücherei - wieder im alten Jugendheim. Auch Günter Rollmann ist seit 1982 aktiver Mitarbeiter. Im Rahmen der Firmvorbereitung machten viele Firmbewerber ein „Praktikum“ in der Bücherei und sind als Mitarbeiter bis heute aktiv (z. B. Thorsten Kolbert seit 1986). Die politische Gemeinde trug die finanziellen Kosten der Bücherei mit. Die Diözese förderte über die diözesane Büchereifachstelle und den Sankt Michelsbund fachlich und finanziell die Bücherei und wird dies auch künftig tun.

Da der Raum der Bibliothek von 1991 an für etliche Jahre auch als Eine-Welt-Laden mitbenutzt wurde, war die Suche nach einem größeren Raum schon immer ein Wunsch. Letztlich ist es Frau Kircher von der Städtebauförderung zu verdanken, dass die neue Bücherei in der alten Schmiede nun eine neue Heimat gefunden hat. Eine Vereinbarung zwischen politischer Gemeinde und der Katholischen Kirchenstiftung war nötig, um die Voraussetzungen zu schaffen. Ein Kuratorium aus Vertretern des Gemeinderates und der Kirchenstiftung übernimmt künftig zusammen mit der Büchereileitung die Verantwortung und Beschlussfassung für notwendige Entscheidungen.

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