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Auf festen Felsen bauen! Was ist der "Fels" in meinem Leben? –

Mit einem Wortgottesdienst wurde heute das neue Vereinsheim des Mömlinger Carneval-Vereins durch Diakon Martin Höfer eingeweiht, der selbst aktiver Carnevalist ist.

In seiner Begrüßung sagte Diakon Höfer:

Was vor 3 Jahren begonnen wurde, ist jetzt fertig geworden: Ein Vereinsheim für den MCV. Genannt das Narreneck. Und weil hier viele Menschen zusammenkommen, hier in ihrer Freizeit sich die Mühe machen, anderen Menschen Freude zu bereiten und Lachen und Fröhlichkeit verbreiten wollen, erbitten wir von Gott dafür seinen Segen. Der Segen ist kein Blitzableiter und keine Universal-Gebäudeversicherung gegen Hagel und Feuer. Aber der Segen Gottes zeigt uns Menschen, dass alles gut wird, wenn wir unserem Gott vertrauen und ihm unsere Nöte und Sorgen anvertrauen, und dass wir aus eigener Kraft mit Gottvertrauen alles schaffen können.

 Das Evangelium vom klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute, setzte er in seiner Predigt auf den aktuellen Anlass um:

 Liebe Mit-Carnevalisten und liebe Mitchristen,

Das Bild, das Jesus uns vermittelt ist klar und einleuchtend. Es ist heute, wie damals gültig: Was auf einem schlechten Untergrund steht, kann nicht halten und fällt bei der ersten Belastungsprobe ein. Nur die Doofen bauen ihre Häuser auf schlechten Grund. Ist es nur die Lebens, bzw. Arbeitserfahrung des Zimmermannes Jesus von Nazareth oder nicht doch mehr? Es ist jedem einleuchtend, aber was meint Jesus im übertragenen Sinn? Was ist der Fels, und was ist der Sand in meinem Leben? Und vor allem, was meint Jesus mit dem Haus?

Sind es unsere Vorhaben, unsere Lebensprojekte und Ziele, die wir verfolgen? Oft bekommen wir doch vermittelt: Du kannst alles erreichen in Deinem Leben, wenn Du es nur richtig willst. Also mit einem klaren Ziel vor Augen und einem starken Willen kannst du aus dir etwas machen. Mit diesem festen Untergrund und Selbstvertrauen kann dann ein Lebensgebäude am Ende entstehen, das sich nicht so schnell zum Einsturz bringen lässt. Was ist, wenn das Happy End dann gar nicht so happy ist? Wenn man zum Erreichen seines Zieles gnadenlos über Leichen gegangen ist, Freundschaften verraten, andere Menschen benutzt und ausgenutzt hat? Wenn man sich nicht unbedingt Freunde gemacht hat und nun recht einsam und nicht gerade vertrauenswürdig durch die Welt geht? Oder wenn die Zuneigung der Menschen nur auf eigener Vorteilsnahme basiert? Wenn nun der Grundstock des Gebäudes zerbröselt, erodiert und zu Sand wird?

Jesu fester Grund ist ein Fels, und so ein Fels ist der Glaube an ihn und seine Botschaft vom Reich Gottes. Diese Botschaft heißt: Liebe Gott, deinen Nächsten und dich selbst. Dieses Dreieck ist wie ein Stativ, welches auf 3 Punkten fest steht und nicht wackelt. Der Glaube ist, auf den Punkt gebracht, der Festpunkt für den Hebel, mit dem man die ganze Welt aus den Angeln heben kann. Das Leben in einer Gemeinschaft, die zusammenhält und zusammen vieles erreicht: Gemeinsam sind wir noch stärker. Das ist der Fels, das Fundament das Jesus meint.

Liebe Mit-Carnevalisten von Mömlingen: mit Eurem Narreneck habt Ihr gemeinsam sehr viel erreicht und ein sichtbares Zeichen Eures gelungenen Vereinslebens gesetzt. Es ist der Lohn für die vielen geleisteten Stunden für den Verein. Lohn für den Einsatz, anderen Menschen Freude zu bereiten. Lohn für die Mühe, Menschen zum Lachen zu bringen, auch wenn der Alltag oft nicht zum Lachen ist. Der Lohn dafür, gerade die unverständlichen Dinge, die uns zum Kopfschütteln bringen, ins Lächerliche zu ziehen, um den Menschen einen Narrenspiegel vors Gesicht zu halten, und sie so zur Umkehr zum Guten zu bewegen.Viele leisten ihren Beitrag hierfür im Vordergrund, und viele im Hintergrund. Das sind die, die nicht auf den Bühnen stehen. Aber jeder weiß, dass diese Menschen und ihr Engagement genauso ist, wie die Pfeiler im Boden auf denen das Fundament steht, die man aber nicht sieht. Ein fester Grund, eine zusammenstehende starke Gemeinschaft, ein starker Glaube an Gott, Vertrauen auf sich und Liebe zu seinem Nächsten: Das ist der Fels, der nicht zerbröselt, auf diese Steine können wir bauen.Und so wollen wir in diesem Sinne das Narreneck segnen.

 Segnend schritt der Diakon mit den Ministranten durch alle Räume, anschließend sprachen Werner Schmitt und der Vorsitzende Helmut Gollas die Fürbitten und gedachten namentlich der Verstorbenen des Vereins. Beim „Vater unser“ nahm jeder seinen Nachbarn an der Hand.

Am Ende des Gottesdienstes segnete der Diakon ein Kreuz aus dem Eine-Welt-Laden, das künftig das Narreneck als Segenszeichen schmücken wird und übergab als Geschenk einen von ihm selbst gestalteten Segensspruch mit dem Wappen des MCV. Er dankte allen, die beim Gottesdienst mitgewirkt hatten, besonders auch den Ministranten und der „Lyra Musica“ die den Gottesdienst mit zeitgemäßen Gesängen und fröhlich-erfrischenden Stimmen umrahmt hatten. Beim Schlusslied „Möge die Straße uns zusammenführen“ erheiterte eine bisher unbekannte Strophe: „Hab unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot; sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: du bist schon tot“.

 Danke dem Diakon, dem MCV und allen Mitwirkenden für diesen schönen und begeisternden Gottesdienst.

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